Die Genossenschaft Hausfreunde eG besteht aus acht Mitgliedern. Kennengelernt haben wir uns über das gemeinsame Wohnen und Arbeiten in und um Erlangen. Seit Jahren pflegen wir ein freundschaftliches Verhältnis. Wir wohnen momentan in einem Mehrfamilienhaus am Stadtrand zur Miete.

Von links oben nach rechts unten:

Andreas Blüthner, Wiebke Glogger, Dr. Christian Heuser, Elisabeth Oswald, Christian Pfau,
Dr. Anja Seger,  Dr. Veikko Ruth, Dr. Johanna Motz

Unsere Ideen vom Zusammenleben

Wir alle stehen fest im Berufsleben und wissen die Vorteile des gemeinsamen Wohnens immer mehr zu schätzen. Wir möchten also gern weiterhin zusammen „unter einem Dach“ leben. 

Die aktuelle Wohnsituation wird unserer Zukunftsplanung nicht mehr gerecht: Wir denken dabei an die Gründung von Familien, an Altersvorsorge in Form von eigenem Wohnraum bzw. Unabhängigkeit von einem privaten Vermieter, und an das Bedürfnis nach mehr Raum zur eigenen Eintfaltung. Gleichzeitig möchten wir weiterhin ein gutes, freundschaftlich-nachbarschaftliches Zusammenleben aufrechterhalten. 

Um diese Ideen verwirklichen zu können, planen wir, ein Grundstück mit Immobilie zu erwerben und diese entsprechend unseren Vorstellungen anzupassen und umzubauen. Dabei haben wir uns auf das Prinzip von Cluster-Wohnungen geeinigt, d.h. wir möchten einzelne, autarke kleinere Wohneinheiten in Verbindung mit großzügigen Gemeinschaftsräumen wie z. B. Wohnküche, Werkstatt und Büro. 

Konkret bedeutet das für uns, gemeinsam Geld bzw. Kapital bereitzustellen und einen rechtlichen Rahmen zu schaffen, in dem der Erwerb eines Grundstücks und einer Immobilie möglich wird. Gleichzeitig soll bei diesem genossenschaftlichen Projekt das individuelle finanzielle Risiko für jeden einzelnen Mitglieder minimiert werden. Zusätzlich soll für alle die Möglichkeit bestehen, später ohne größere Verluste wieder aus dem Projekt auszusteigen, und das, ohne die Arbeit und die Investitionen der anderen Mitglieder zu beeinträchtigen oder gar zu gefährden. 

Um all diese Anforderungen zu erfüllen, haben wir als äußeren Rahmen für unser Projekt die Rechtsform der Genossenschaft ausgewählt. Wir sind der Meinung, dass eine Genossenschaft als juristische Person und Trägerin der finanziellen Geschäfte einen stabilen Überbau für unsere gemeinsamen Bemühungen darstellt. Die Vorteile einer Genossenschaft liegen für uns auf der Hand.

Im Einzelnen erwarten wir uns dadurch Folgendes: 
 – Schaffung von dauerhaft bezahlbarem Wohnraum ohne die Gefahr des unkontrollierbaren Preisanstiegs durch Immobilienspekulation
– Schaffung von Eigenkapital bei gleichzeitig geringer individueller Belastung 
– Möglichkeiten zur Akquise von Objekten, die zu groß für den Einzelnen wären 
– Möglichkeit für größere Kredite mit langer Laufzeit 
– Rechtliche Sicherheit für alle Mitglieder durch das Genossenschaftsgesetz
– Schaffung von weiterem Kapital durch Solidarmitglieder, dadurch Entwicklungsmöglichkeiten 
– hohe Sicherheit für alle Mitglieder bei größtmöglicher individueller Freiheit in der Lebensplanung für jedes einzelne Mitglied 

Wir vertreten – aus unserer Sicht im Gegensatz zu vielen investierenden Firmen oder Immobilienunternehmen – den Wunsch, alte Gebäude zu erhalten und gewachsene Siedlungsstrukturen behutsam zu pflegen. Statt Abriss und schnellem Neubau auf möglichst wenig Raum sind wir der Meinung, dass sich die Renovierung von Altbestand langfristig auszahlt. Generell halten wir die Entwicklung in der Baubranche teilweise für fragwürdig: Mit billigen Materialien werden in kürzester Zeit Häuser gebaut, die hauptsächlich für 4-köpfige Familien geeignet sind und eine kurze Lebensdauer haben. Für andere Wohnformen oder für sich ändernde Lebensumstände sind sie oft ungeeignet. Diesem Trend möchten wir nicht folgen. Es gibt unzählige Beispiele für solide, nachhaltige und dauerhafte Bauprinzipien mit regionalen Baustoffen, an denen wir uns orientieren möchten. Außerdem sind wir der Meinung, dass durch Renovierung und Erweiterung von alten Gebäuden ein wichtiger Beitrag zu einem geschlossenen Ortsbild geleistet werden kann. Dadurch könnten auch kleinere Gemeinden von unseren Plänen profitieren. 

 Falls das Grundstück es erlaubt und falls es InteressentInnen dafür gibt, soll das Gebäude vergrößert oder erweitert werden und weiteren wohnenden Mitgliedern zur Verfügung stehen. 
Prinzipiell soll in der Zukunft auch die Möglichkeit bestehen, dass sich die Genossenschaft an weiteren Projekten beteiligt, diese unterstützt und selbst daran wächst.

Unsere Wunschvorstellung ist die Schaffung einer lebenswerten Umgebung für Menschen verschiedenen Alters und mit verschiedenen Lebensentwürfen. Es soll Platz zur freien Entfaltung geben, und es sollen Möglichkeiten des friedlichen, solidarischen Zusammenlebens geboten werden. Im Idealfall finden wir einen Ort, der uns langfristig ein Zuhause in einer erfüllenden und bereichernden Atmosphäre bietet und uns schließlich zur Heimat wird.